Monat: Februar 2016

Interview mit Bernd Schmid – Teil 3

Der Biographiefaktor-Kongress
eine biographische Zeitreise mit Bernd Schmid,
eingefangen in Wasserbildern von Bernd Schmid

Im Fluss
Bernd Schmid über die Kraft innerer Bilder, den jugendlichen Helden und das Lebensdelta, das neue Ideen nährt (Interview mit Raphaela Kreitmeir)

Sie haben sehr oft Wasser fotografiert, als Meer, als Fluss, als Stromschnelle, Wasserfall und Welle.
Was verbinden Sie mit diesem Element?

Ich liebe dieses Fließen, vor allem in Verbindung mit Licht, das tanzende Licht an der Oberfläche eines Flusses. Ein mäandernder Bach in freier Natur löst in mir großes Behagen aus. Er wirkt fröhlich, heiter, unbefangen und ruft Gefühle von Lebensfreude in mir wach.

Wasser repräsentiert den Kreislauf des Lebens, ist Grundbedingung für Lebendigkeit. Dabei geht es nicht um die Form, Wasser ist vielgestaltig. Ob als winziger Tropfen, als Sprudel, der den Durst löscht, ob als Nebel, Dunst, Regen, Schnee, ob als Quelle, Fluss, See oder als zerstörerische Flutwelle: Wasser deckt das gesamte Spektrum des Wandelbaren ab.

Wasser wandelt nur die Form
Über 71% der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt. Ein Wassermolekül verbleibt nach seiner Verdunstung durchschnittlich etwa 3.000 Jahre im Ozean, bevor es in die Atmosphäre aufsteigt und wieder abregnet. Wasser verschwindet nicht, sondern ist seit Urzeiten in Kreisläufen unterwegs.

Die angenommene Form definiert nicht den Inhalt. Das Wasser kann viele Formen annehmen. Damit steht Wasser für Sinn, für Ideen. Auch wenn Formen gebraucht werden, dürfen sie sich nicht dogmatisch verfestigen. Die Essenz muss immer wieder aus der Form befreit und belebt werden, um frisch zu sein. Sinn kann man nicht konservieren. Daher kann und sollte jeder schöpferisch wirken, auch wenn wenig inhaltlich neu ist.

Wasser ist sanft und gewaltig, schenkt Leben und wandelt es

Stehen Ihre Wasserbilder für Lebensstationen?

Hier bietet sich natürlich die Analogie des Flusses an, von der Quelle bis zum Meer. Ich habe neulich einen Film über den Ganges gesehen, das hat meinen Blick  nochmals geschärft und erweitert. Der Ganges ist über 2.600 km lang, in der Ebene sammeln sich eine Vielzahl von Flüssen mit den zwei Quellflüssen zum mächtigen Hauptstrom, der sich in das weltweit größte Mündungsdelta verzweigt und Leben, fruchtbare Landschaften ermöglicht, bevor der Strom in den Golf von Bengalen mündet. Das hat in mir das Bild ausgelöst, dass ein Fluss dann zu einer bedeutenden Lebensader wird, wenn viele Flüsse in ihm zusammenfließen und  gemeinsam große Flächen fruchtbar machen und nähren können. Übertragen auf das Leben bedeutet das für mich, dass man aus vielen Quellen schöpfen kann, dass Wertvolles entsteht, wenn man offen für Neues ist, viele Eindrücke und Inspirationen miteinfließen lässt. Das beschreibt auch meinen Lebensweg. Ich habe mich sozusagen vom jugendlichen Helden zu einem Fluss im Mündungs-Delta entwickelt.

Tag für Tag transportieren die Flüsse weltweit 127 Milliarden Liter, das sich in den Ozeanen sammelt, aufsteigt und wieder abregnet

 

 

 

 

 

 

Warum ist es wichtig, die eigenen seelischen Bilder zu verstehen?
…lesen sie weiter in Teil 4.

 

Links:
Biographiefaktor-Kongress-Webseite: www.biographiefaktor.de
Blog Dr. Bernd Schmid: www.blog.bernd-schmid.com 
Blog: Raphaela Kreitmeier  http://rk-changemanagement.blogspot.de/

 

Sie können sich neue Einträge der Mediathek auch per Email zustellen lassen. Bitte tragen Sie hierfür ihre Emailadresse ein. Damit bekommen Sie jeden neuen Artikel per Email zugestellt. Natürlich können Sie ihr Abonnement auch wieder löschen.

Enter your email address:

Delivered by FeedBurner

 

Bildquellen: Bernd Schmid

Interview mit Bernd Schmid – Teil 2

Der Biographiefaktor-Kongress
eine biographische Zeitreise mit Bernd Schmid,
eingefangen in Wasserbildern von Bernd Schmid

Im Fluss
Bernd Schmid über die Kraft innerer Bilder, den jugendlichen Helden und das Lebensdelta, das neue Ideen nährt (Interview mit Raphaela Kreitmeir)

 

 

 

Gibt es zu Erfahrungen Ihres Berufslebensweges ein inneres Bild?

Ein wichtiges Bild stammt aus der Kindheit. Es ist das Bild vom Zirkusdirektor. Genau das wollte ich als Kind werden: Andere beeindrucken, zum Staunen bringen. Ich machte selbst Kunststücke, präsentierte aber auch die meiner Spielkameraden. Erstaunlich ist, dass der Gruppenraum im Dachgeschoss unseres Seminarhauses in Wiesloch architektonisch an ein Zirkuszelt erinnert. Das ist mir erst nach Jahren aufgefallen und hat mir mein inneres Bild vergegenwärtigt.

Die Schnecke ist Bernd Schmids neues Wappentier. Sie verfolgt unbeirrbar im eigenen Tempo ihren Weg

Allerdings habe ich mit der Zeit, vor allem im letzen Jahr, eine Veränderung in mir erlebt. Das passende Bild dazu ist mir in Sizilien begegnet. In der Mittagshitze überquerte eine kleine Schnecke die heiße Asphaltstraße. Entgegen jeder bequemen Logik verfolgte sie wortwörtlich im Schneckentempo unbeirrt ihren Weg. Seitdem betrachte ich die Schnecke als mein Wappentier. Denn es geht darum, die Dinge in der notwendigen Gelassenheit zu betrachten und zu machen. Im eigenen Tempo und Rhythmus die Bahnen zu ziehen, ohne bemüht zu sein, etwas schnell erreichen zu müssen. Früher war der Bär mein Wappentier (Bernhard – der Bärenstarke).

Wasser ist so mächtig, dass auch der stärkste Mann es nicht halten kann. (Volksmund)


Sie haben sehr oft Wasser fotografiert, als Meer, als Fluss, als Stromschnelle, Wasserfall und Welle. Was verbinden Sie mit diesem Element?

… lesen sie weiter in Teil 3

Links:
Biographiefaktor-Kongress-Webseite: www.biographiefaktor.de
Blog Dr. Bernd Schmid
Blog Raphaela Kreitmeier

 

Sie können sich neue Einträge der Mediathek auch per Email zustellen lassen. Bitte tragen Sie hierfür ihre Emailadresse ein. Damit bekommen Sie jeden neuen Artikel per Email zugestellt. Natürlich können Sie ihr Abonnement auch wieder löschen.

Enter your email address:

Delivered by FeedBurner

 

Bildquellen: Bernd Schmid

Workshop „Competing Commitments“

Live-Mitschnitt des Workshops zum Thema „Competing Commitments“ von Markus Schwemmle während des 7. Symposiums am 9. Januar 2016 in München.

 

 

Sie können sich neue Einträge der Mediathek auch per Email zustellen lassen. Bitte tragen Sie hierfür ihre Emailadresse ein. Damit bekommen Sie jeden neuen Artikel per Email zugestellt. Natürlich können Sie ihr Abonnement auch wieder löschen.

Enter your email address:

Delivered by FeedBurner

Interview mit Bernd Schmid – Teil 1

Der Biographiefaktor-Kongress
Eine biographische Zeitreise mit Bernd Schmid, eingefangen in Wasserbildern von Bernd Schmid

Im Fluss
Bernd Schmid über die Kraft innerer Bilder, den jugendlichen Helden und das Lebensdelta, das neue Ideen nährt (Interview mit Raphaela Kreitmeir)
Dr. Bernd Schmid ist Schirmherr des Biographiefaktor-Kongresses. Beim Vorkongress am 5. Mai 2016 spricht er über „Innere Bilder, Biographien, Berufslebenswege und Entwicklungen in Organisationen“. Der Erziehungswissenschaftler und Psychologe gilt als Begründer der Systemischen Transaktionsanalyse und hat 1984 in Wiesloch mit dem Institut für Systemische Beratung (isb) einen Ort geschaffen, an dem Systemisches Denken und Lernkultur gelebt und vermittelt wird. Er ist Berater, Coach, Autor, hat die gemeinnützige Schmid-Stiftung ins Leben gerufen und begleitet seit Jahrzehnten seine Reisen im In- und Ausland mit der Kamera. Alle Bilder in diesem Beitrag stammen von Dr. Bernd Schmid.

Der Fluss wird zur bedeutenden Lebensader, indem er viel in sich aufnimmt und weiterträgt

Was waren für Sie prägende Lebenserfahrungen?

Wenn mir jemand etwas zugetraut hat, mir einen Vorschuss gegeben hat in Sachen „Das kannst Du“. Wie beim 1. TA-Kongress in San Franzisco 1976, an dem ich als junger Mann teilnahm. Ich war auf der Straße unterwegs und ein berühmter TA-Lehrer „gabelte“ mich mit dem Auto auf. Ich fuhr also bei ihm mit und er fragte mich nach meinen Vorhaben. Ich sagte ihm, dass ich gerne bei ihm eine Fortgeschrittenen-Ausbildung machen würde, aber nicht wüsste, ob ich schon so weit sei. Er antwortete mir: „Du bist gut. Ich weiß das. Nehme teil.“ Diese Antwort und die damit verbundene Erfahrung, dass ich mich nicht im Vorfeld beweisen musste, dass mir etwas zugetraut wurde, hat mich auf diesem Teil meines Lebensweges begleitet. Oft auch als Ausgleich für Gefühle der Unsicherheit und Minderwertigkeit übte ich mich als jugendlicher Held, voller Ambitionen auf große Taten. Elfriede Stollberg, eine Theologin, hat es mir einmal so gespiegelt: Der Bernd ist ein „Guckt mal, was ich alles kann“.

Wenn ihm etwas zugetraut wurde, fühlte sich Bernd Schmid in seinem Selbstbild eines tapferen Helden bestärkt

Gibt es zu Erfahrungen Ihres Berufslebensweges ein inneres Bild?
…lesen Sie weiter in Teil 2

Links:
Biographiefaktor-Kongress-Webseite: www.biographiefaktor.de
Blog Dr. Bernd Schmid
Blog Raphaela Kreitmeier

 

Wenn Sie über neue Teile informiert werden möchten, tragen Sie hierfür ihre Emailadresse ein. Damit bekommen Sie jeden neuen Artikel per Email zugestellt. Natürlich können Sie ihr Abonnement auch jederzeit wieder kündigen.

Enter your email address:

Delivered by FeedBurner

 

Bildquellen: Bernd Schmid

Vortrag zum Thema Veränderungsimmunität

Vortrag zum Thema „Immunität gegen Veränderung“ von Markus Schwemmle.

 

Die Präsentation zum Vortrag finden Sie hier.

 

 

Sie können sich neue Einträge der Mediathek auch per Email zustellen lassen. Bitte tragen Sie hierfür ihre Emailadresse ein. Damit bekommen Sie jeden neuen Artikel per Email zugestellt. Natürlich können Sie ihr Abonnement auch wieder löschen.

Enter your email address:

Delivered by FeedBurner