Interview mit Bernd Schmid – Teil 3

Der Biographiefaktor-Kongress
eine biographische Zeitreise mit Bernd Schmid,
eingefangen in Wasserbildern von Bernd Schmid

Im Fluss
Bernd Schmid über die Kraft innerer Bilder, den jugendlichen Helden und das Lebensdelta, das neue Ideen nährt (Interview mit Raphaela Kreitmeir)

Sie haben sehr oft Wasser fotografiert, als Meer, als Fluss, als Stromschnelle, Wasserfall und Welle.
Was verbinden Sie mit diesem Element?

Ich liebe dieses Fließen, vor allem in Verbindung mit Licht, das tanzende Licht an der Oberfläche eines Flusses. Ein mäandernder Bach in freier Natur löst in mir großes Behagen aus. Er wirkt fröhlich, heiter, unbefangen und ruft Gefühle von Lebensfreude in mir wach.

Wasser repräsentiert den Kreislauf des Lebens, ist Grundbedingung für Lebendigkeit. Dabei geht es nicht um die Form, Wasser ist vielgestaltig. Ob als winziger Tropfen, als Sprudel, der den Durst löscht, ob als Nebel, Dunst, Regen, Schnee, ob als Quelle, Fluss, See oder als zerstörerische Flutwelle: Wasser deckt das gesamte Spektrum des Wandelbaren ab.

Wasser wandelt nur die Form
Über 71% der Erdoberfläche ist von Wasser bedeckt. Ein Wassermolekül verbleibt nach seiner Verdunstung durchschnittlich etwa 3.000 Jahre im Ozean, bevor es in die Atmosphäre aufsteigt und wieder abregnet. Wasser verschwindet nicht, sondern ist seit Urzeiten in Kreisläufen unterwegs.

Die angenommene Form definiert nicht den Inhalt. Das Wasser kann viele Formen annehmen. Damit steht Wasser für Sinn, für Ideen. Auch wenn Formen gebraucht werden, dürfen sie sich nicht dogmatisch verfestigen. Die Essenz muss immer wieder aus der Form befreit und belebt werden, um frisch zu sein. Sinn kann man nicht konservieren. Daher kann und sollte jeder schöpferisch wirken, auch wenn wenig inhaltlich neu ist.

Wasser ist sanft und gewaltig, schenkt Leben und wandelt es

Stehen Ihre Wasserbilder für Lebensstationen?

Hier bietet sich natürlich die Analogie des Flusses an, von der Quelle bis zum Meer. Ich habe neulich einen Film über den Ganges gesehen, das hat meinen Blick  nochmals geschärft und erweitert. Der Ganges ist über 2.600 km lang, in der Ebene sammeln sich eine Vielzahl von Flüssen mit den zwei Quellflüssen zum mächtigen Hauptstrom, der sich in das weltweit größte Mündungsdelta verzweigt und Leben, fruchtbare Landschaften ermöglicht, bevor der Strom in den Golf von Bengalen mündet. Das hat in mir das Bild ausgelöst, dass ein Fluss dann zu einer bedeutenden Lebensader wird, wenn viele Flüsse in ihm zusammenfließen und  gemeinsam große Flächen fruchtbar machen und nähren können. Übertragen auf das Leben bedeutet das für mich, dass man aus vielen Quellen schöpfen kann, dass Wertvolles entsteht, wenn man offen für Neues ist, viele Eindrücke und Inspirationen miteinfließen lässt. Das beschreibt auch meinen Lebensweg. Ich habe mich sozusagen vom jugendlichen Helden zu einem Fluss im Mündungs-Delta entwickelt.

Tag für Tag transportieren die Flüsse weltweit 127 Milliarden Liter, das sich in den Ozeanen sammelt, aufsteigt und wieder abregnet

 

 

 

 

 

 

Warum ist es wichtig, die eigenen seelischen Bilder zu verstehen?
…lesen sie weiter in Teil 4.

 

Links:
Biographiefaktor-Kongress-Webseite: www.biographiefaktor.de
Blog Dr. Bernd Schmid: www.blog.bernd-schmid.com 
Blog: Raphaela Kreitmeier  http://rk-changemanagement.blogspot.de/

 

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Bildquellen: Bernd Schmid

Kommentare (3)

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