Kommunikationskultur als Unternehmensstrategie
Die Entstehung einer Kultur basiert auf der Überzeugung, dass bestimmte Werte in einer Gemeinschaft für das Zusammenarbeiten und -leben förderlich sind. In Bezug auf die betriebliche Kommunikation kann dies bedeuten, dass ein Unternehmen wirtschaftlichen Erfolg damit verbindet, dass z.B. Feedback ein Instrument zur Verbesserung von Entscheidungsprozessen wird, ein aktives zuhören die Führungsqualität verbessert und eine Kommunikation über die Kommunikation zur Klärung von Konflikten beiträgt.
Diese Beispiele zeigen, dass die Weiterentwicklung einer Kommunikationskultur die Zusammenarbeit in den Führungs- und Mitarbeiterebenen in Kernbereichen verändert. Sie wirkt auf der Prozessebene durch die Neugestaltung der Entscheidungsfindung und auf der organisatorischen Ebene durch eine bewusste Einbindung der Mitarbeiter. Hierarchien verlieren somit ihre festungsartige Funktion. Mit einem Verständnis von Kommunikation das sich überwiegend auf die rhetorischen Aspekte bezieht, wäre solch ein Kulturwandel nicht erreichbar.
Kommunikation ist insbesondere eine Frage der Einstellung
In einem umfassenderen Kommunikationsbegriff, wie ich ihn in der Personalentwicklung(PE) vertrete, steht vor allem die Frage der inneren Haltung im Vordergrund. Ein guter Kommunikator und brillanter Redner ist nicht unbedingt ein Mensch der vom anderen Feedback haben möchte. Ihm fehlt es dann an der Bereitschaft die Erfahrungen anderer Menschen in seine Meinungsbildung mit einzubeziehen. Umgangssprachlich würden wir sagen es mangelt ihm an der Einstellung.
Einstellungen und Werte sind jedoch oft nicht Gegenstand einer PE-Maßnahme, so dass diese ihre Wirkung verfehlt. Gehört die Kommunikationskultur jedoch zur Unternehmensstrategie besteht Klarheit über die Do´s und Don´ts der Zusammenarbeit. Die instrumentelle Basis dafür wäre ein einheitliches Kommunikationsmodell für die Interaktionen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern. Im ersten Schritt werden die Führungsebenen in die Lage versetzt, eine qualifizierte Metakommunikation zu führen. Das Kommunizieren über die Kommunikation gehört daher als Lernfeld in die betrieblichen Kommunikationsprozesse eingebettet. Unterstützung bietet hier die Begleitung einer externen Moderation.
Strategische Ziele bestimmen die Praxis
Da die Gespräche im Führungskollegium anderen Gesetzen und Verhaltensweisen unterliegen als das Kommunizieren zwischen Vorgesetzten und den Mitarbeitern, sind die kommunikativen Ziele jeder Gruppe klar zu benennen. Sollen sich Führungskräfte gegenseitig unterstützen und beraten, erfordert dies die Schaffung von Vertrauen. Eine darauf abgestimmte Personalentwicklungsmaßnahme könnte dann z.B. eine moderierte kollegiale Beratung im Führungskreis sein.
Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass der Wirkungsgrad solcher Maßnahmen sinkt, wenn die Führung nicht explizit darauf hinweist das die Erreichung einer hochwertigen Kommunikationskultur eine notwendige und wichtige Voraussetzung für die Erreichung der Unternehmensziele ist. Denn “Wichtigkeit” und “Bedeutung” sind die mächtigsten Faktoren zur Veränderung von Einstellungen. Positive Vorbilder machen solche Prozesse erst möglich, was für eine Top-Down Einführung solcher Personalentwicklungsmaßnahmen spricht.
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