Prozesse veraendern sich – Vertriebswege auch
Es gibt immer noch Vorbehalte gegenüber Geschäften im Internet. Und in der Tat ist der Freiraum, den das Internet bietet auch von undurchsichtige Kräften durchzogen.
Aber das Wirtschaften im Internet ist auch zum bestimmenden Faktor geworden: so hat die Bosten Consulting Group für Großbritannien* ermittelt, daß bereits mehr als 7% des BSP ( ca. 100 MRD BP) mit oder durch das Internet erwirtschaftet werden. Und dies sind durchaus Dinge des tägliche Lebens, sodaß die Prognose für 2015 davon ausgeht, daß mehr als 15% des englischen Wirtschaftsvolumens via Internet zustande kommt.
Besonders interessant: Unternehmen mit intensiver Internet-Nutzung wachsen schneller (> 4 %) als die mit geringer Nutzung (< 1%)!
Vermutlich sind die Zahlen in Deutschland nicht ganz so "intensiv", aber dies zeigt deutlich, wohin der Weg gehen wird.
HGO
* " eine Nation von digitalen Händlern" aus NZZ Online vom 28.10.2010
Trend
#3 Finanzwirtschaft
Stand der Dinge
Seit Auftauchen der Finanzkrise vor einigen Jahren ist die Finanzwirtschaft in das Kreuzfeuer der (öffentlichen) Kritik geraten.
Ausser dem - die Medien generell antreibenden - Motiv (only-bad-news-are-good-news) kann noch eine weitere Antriebskraft festgestellt werden: die inzwischen nachweisbaren strukturellen Defizite des Kreditgewerbes lassen bei Verbrauchern und Politikern deren (ihre) Interessen nachhaltig deutlich und die dazugehörigen Forderungen immer lauter werden.
Zum Einen...
führt das dazu, daß immer mehr Ideen zur „Unabhängigwerdung“ entwickelt werden.
Z. B. Smava (www.smava.de) oder auxmoney (www.auxmoney.com) sind (Internet-)Plattformen, die Kapital sammeln und Kredit vermitteln, bei denen (kleinere) Banken lediglich als „kontoführende“ und abwickelnde Stellen fungieren. Vielfach resultieren diese Aktivitäten aus dem früheren Handelsfinanzierungsgeschäft aus dem beispielsweise auch die KKB Bank resultiert, die heute unter Targobank firmiert.
Der Anteil dieser Geldquellen am Gesamtgeschäft ist zwar noch sehr gering, aber selbst ehrwürdige Institutionen wie die Stiftung Warentest beschäftigen sich inzwischen mit diesen Institutionen.
Zu Anderen:
Die Ansprüche der Kunden bezüglich Beratung und Unterstützung bei ihren Geldgeschäften wächst im gleichen Maße wie das Know-How in Wirtschaftsdingen im Laufe der Jahre gestiegen ist. Allerdings wächst die Bereitschaft der Kreditwirtschaft, dies zu berücksichtigen scheinbar nicht in gleichem Maße: der Verkaufsdruck bezügliche der angebotenen Produkte lässt Beratung im Wortsinne nur auf dem Papier entstehen.
Außerdem ist der Kostengesichtspunkt (neudeutsch Cost-Income-Ratio) immer noch besonders dominierend.
Es gibt Branchen da wird der Kunde mehr aus (lifetime) Kundenwert-Management Sicht betrachtet.
Fazit
Vor einigen Jahren "bedrohte" das Internet mit seinen neuen Funktionen die Reisebranche - die Reisebüros die sich nicht darauf eingestellt haben sind verschwunden.
Geld ist sicher ein besonderer Stoff, aber das wird die Kreditwirtschaft nur teilweise schützen. Neue Bezahlsysteme werden den "Gang in die Filiale" überflüssig machen. Der Kunde wird nurnoch dann in seine Bank gehen, wenn er dort persönliche Unterstützung bekommt! Und moderne CRM Systeme sind nur die technische Voraussetzung dafür - tun (= betreuen) müssen es die Bankmitarbeiter!
Wollen wir wetten?
HGO