Veraenderungen – aber was aendert sich eigentlich?
Seit einiger Zeit wird darüber diskutiert, inwieweit die Veränderungen im Internet, auch WEB 2.0 genannt, Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben.
So werden vielfach neue Geschäftsmodelle im Bankenumfeld aufgezeigt - in Deutschland ändert sich aber - wenn überhaupt - nur sehr langsam das Geschehen. Man gewinnt als "Aussenstehender" den Eindruck, daß die Kreditinstitute hierzulande mit anderen Dingen beschäftigt sind.
Ähnlich ist es auch im Handel. Selbst wer heute den größten Gegenstand eines privaten Haushaltes, ein KFZ kaufen will, stellt erstaunt fest, das der "Kunde" eher einem Bittsteller ähnelt, denn einem "König": Anfragen über Kommunikationswege (Telefon, Mail, Brief) sind völlig erfolglos. Ein Besuch im Autohaus läßt erkennen, daß trotz Umsatzrückgang der Hersteller, die Möglichkeit ein Fahrzeug probezufahren an Nichtverfügbarkeit eines Vorführwagens scheitert. Auch bei den Firmenkunden (offensichtlich die größeren Abnehmerschar) gibt es derzeit kein Fahrzeug. Was wollen eigentlich die Kunden? Scheinbar nicht das, was die Anbieter erwarten, oder?
Erstaunlicherweise müssen - wenn es nach den Medien geht - die Arbeitnehmer (auch manchmal Kunden genannt) sich schnell anpassen, wenn Sie ihre Arbeitskraft anbieten. Für die Arbeitgeber oder Anbieter scheint das nicht im gleichen Maße zu gelten.
Warum eigentlich nicht?
HGO
Prozesse veraendern sich – Vertriebswege auch
Es gibt immer noch Vorbehalte gegenüber Geschäften im Internet. Und in der Tat ist der Freiraum, den das Internet bietet auch von undurchsichtige Kräften durchzogen.
Aber das Wirtschaften im Internet ist auch zum bestimmenden Faktor geworden: so hat die Bosten Consulting Group für Großbritannien* ermittelt, daß bereits mehr als 7% des BSP ( ca. 100 MRD BP) mit oder durch das Internet erwirtschaftet werden. Und dies sind durchaus Dinge des tägliche Lebens, sodaß die Prognose für 2015 davon ausgeht, daß mehr als 15% des englischen Wirtschaftsvolumens via Internet zustande kommt.
Besonders interessant: Unternehmen mit intensiver Internet-Nutzung wachsen schneller (> 4 %) als die mit geringer Nutzung (< 1%)!
Vermutlich sind die Zahlen in Deutschland nicht ganz so "intensiv", aber dies zeigt deutlich, wohin der Weg gehen wird.
HGO
* " eine Nation von digitalen Händlern" aus NZZ Online vom 28.10.2010