Schlagwort: Systemische Beratung

Der Begriff „systemisch“ meint, dass die Berater keine konkrete Lösung vorgeschlagen, sondern durch gezielte Fragen den Klienten zur Lösung hinführen. Sinn dahinter ist, dass der systemische Berater dem Klienten keine Lösung „anmaßen“ soll, da diese lediglich aus seiner eigenen Wirklichkeit resultiert.
Systemische Beratung definiert sich also als Hilfe zur Selbsthilfe.

Outdoortraining systemisch

April 2013

Outdoor-Training aus systemischer Sicht
von Julia Kohlmann

 

 

Einleitung:
Wenn wir die Welt betrachten, können wir nicht auf die Brille sehen, durch die wir schauen. Erst der Blick auf diese Brille ist aber die Voraussetzung dafür, systemisches Denken zu verstehen.

Unsere Welt hat sich in den vergangenen Jahrzenten stark verändert. Die Problemlösungen auf der Basis linearer und mechanistischer Denkmodelle sind nicht mehr möglich (Die Funktionslogik von Maschinen ist die lineare Kausalität: hier Ursache – dort Wirkung). Heute wissen wir, viele Probleme entstehen überhaupt erst, weil wir versuchen diese linear oder mechanistisch zu lösen. Das betrifft sowohl Probleme des Klimawandels, soziale Konflikte, die wirtschaftliche Entwicklung im Informationszeitalter, als auch Fragen der Globalisierung. Die neue Welt braucht auf die immer komplexer werdenden Fragestellungen und Probleme neue Antworten und Denkansätze. Sie ist keine Maschine und daher auch nicht mit der Logik einer Maschine gestaltbar. Systemisches Denken kann in dieser Situation hilfreich sein.

Daher möchte ich im Folgenden versuchen, einen ersten Überblick über die Einbindung und den Nutzen von Outdoor-Trainings innerhalb der betrieblichen Bildung geben. Und diese dann aus systemischer Sicht beleuchten.

Download

 

Hier Blog per Email abonnieren.

 

Systemisch fragen: Reframing

Mai 2013

Reframing: Mal angenommen xy handelt mit guten Absichten…

Mit dem Reframing werden eigene Handlungen oder das Handeln von Protagonisten des Problems in einen neuen wohlwollenden Rahmen (frame) gesetzt. In der gleichen Minute in der wir eine Aktion beobachten, bewerten wir sie auch. Das war in früheren Tagen auch notwendig. Sah man den Säbelzahntiger, war es überlebenswichtig die Gefahr sofort zu erkennen und zu agieren (Flucht, tot stellen, Angriff). Dieser Mechanismus funktioniert heute noch genauso. Geprägt ist dieses innere Navigationssystem der Bewertung durch die Kultur in der wir leben, unsere Familie und eigene Erfahrungen. Dadurch kann jedoch eine Aktion bzw. ein Agierender durch unsere Bewertung in die falsche Schublade landen. Denn welche Intension er bezweckte, wissen wir nicht.

Im ersten Schritt des Reframings wird also die Handlung von der Bewertung getrennt. Als Frage eigent sich hier: Was genau konnten Sie in der Situation denn beobachten?

Als systemisch geprägter Coach gehe ich davon aus, dass die Teile eines Systems wohlwollend also in guter Absicht miteinander handeln. Aus diesem Grund lege ich gemeinsam mit meinen Klienten einen positiven neuen Rahmen auf die Aktion.

„Mal angenommen xy meint es gut mit Ihnen, was könnte ihn zu der Handlung noch bewegt haben. Was könnte er damit noch bezweckt haben“

„Was ist denn die gute Absicht von xy, wenn er so agiert?

Dies funktioniert auch wunderbar mit eigenen Anteilen. „Wenn dieser Teil von Ihnen es nun gut mit Ihnen meinte, warum könnte er so gehandelt haben? Was war eigentlich seine gute Absicht mit Ihnen?

Diese positive Brille auf Ereignisse erleichtert es Konflikte abzumildern und macht den Weg frei in der Vergangenheit und der Zukunft Situationen neu zu bewerten.

 

Hier Blog per Email abonnieren.

 

Systemisch fragen: nächste Schritte

März 2013

Bild: M. Schwemmle

 

 

 

 

 

 

Nächste Schritte: Was wäre ein erster kleiner Schritt … ? Wenn Sie xy erreichen wollen, was wäre dann der nächste Schritt, denn Sie tun sollten?

Häufig entstehen Blockaden bei Klienten durch ein gefühltes Handlungsunvermögen. Lösen läßt sich dieses zum einen durch Ressourcenarbeit also der Stärkung des eigenen Kompetenzgefühl. Auf der anderen Seite ist es hilfreich einen konkreten Plan zu entwickeln, was bis zur Zielerreichung zu tun ist.

Nun kann wie bei der Ersteigung eines Berges der Gipfel also das Ziel entmutigend weit entfernt scheinen. Aus diesem Grund schauen Sie mit dem Klienten nicht auf den Berg, sondern auf seine Füße und fragen (je nach Klient) nach dem nächsten (minikleinen) Schritt.

Fällt dem Klienten darauf keine Antwort ein, hier ein kleiner Trick: legen Sie eine leere Karte oder ein leeres Blatt vor den Klienten und fragen Sie ihn, was darauf steht. Meist kommt aus dem Unbewußtsein sofort eine Antwort. Wenn nicht, lassen Sie ihn auf das Blatt steigen und ihn sich überraschen, was das Blatt ihm zuflüstert. Die Körperintelligenz hat hier nach meiner Erfahrung immer eine Antwort parat.

So lässt sich gemeinsam mit dem Klienten ein ganzer Schritte-Plan entwickeln. Und auf einmal ist auch die Energie da, diesen umzusetzen. Es entsteht eine lösungs-und handlungsorientierte Dynamik.

Manchmal ist es aber auch sinnvoll den ersten Schritt zu klären und dann Ressourcen und Unterstützer zum Umsetzung dieses Schrittes zu definieren, um den Klienten für den ersten Schritt zu wapnen und zu stärken.

 

Hier Blog per Email abonnieren.

 

Systemisch fragen: Skalierungsfrage

Februar 2013

Bild: digitalstock.de, Bild Nr. 780191 | Bildautor: E. D


Skalierung: Auf einer Skala von 1 – 10 … ?

Skalierungsfragen kann man in verschiedenen Phasen des Beratungsprozesses nutzen. Meist wird eine Skalierung von 1-10 oder von 1-100 verwendet. Beispielsweise zu Beginn der Beratung „Auf einer Skala von 1 bis 10 wie schlimm würden Sie Ihr Problem bewerten?“, Am Ende eines Gespräches „Zu Beginn unseres Gespräches hatten wir ja definiert, was wir heute erreichen wollen. Wo sehen Sie sich jetzt auf einer Skala von 1-10?“.

Die Frage dient dazu aus einem schwierigen Kontext eine einfach messbare Angelegenheit zu machen, mit dem Ziel, dass der Klient Abstand zu seinem Problem gewinnt und so der Blick für Lösungen wieder weit wird. Zudem nutzt man die Skalierung, um im zweiten Schritt Unterschiede zu bilden. „Wie ist es gelungen bis auf eine 5 zu kommen?“, „Was können Sie tun, um die 6 zu erreichen?“.

Oder um Ausnahmen zu definieren:  „Wenn ihr Problem heute bei einer 8 liegt, gibt es Zeiten an denen es besser ging? Was war da anders?“

 

Hier Blog per Email abonnieren.

 

Systemisch beraten und steuern live

 

 

 

Die Buchreihe „Systemisch beraten und steuern live“ leistet den Brückenschlag von gelehrter systemischer Theorie in gelebte Praxis. Trainer des ISB-Wiesloch, der ISB Mastergroup und der systemischen Peergroup München berichten aus ihrem Arbeiten mit Organisationen, Führungskräften, Teams und Einzelpersonen. Sie schildern die konkrete Umsetzung systemischer Konzepte in wirkungsvolle Interventionen beim Kunden. Neben neuen Ideen für die eigene Arbeit regen die Autoren den Leser auf diese Weise an, selbst kreativ zu werden und maßgeschneiderte Lösungen für ihre Kunden zu finden.


Entstehungsgeschichte

Seit vielen Jahren bildet Dr. Bernd Schmid am Institut für Systemische Beratung Wiesloch (ISB) Professionelle aus, um systemische Konzepte und Haltungen in die Organisationswelt zu bringen. Dabei hat er sich durch die Entwicklung vieler Modelle und deren Dokumentation in zahlreichen Publikationen verdient gemacht. Angeregt durch Markus Schwemmle, Lehrtrainer am ISB und als Berater mit seinem Unternehmen system worx in Organisationen unterwegs, war es nun ein Anliegen, den Transfer dieser Modelle und Konzepte in die Praxis aufzuzeigen.

Was passiert also mit dem Know-How, das in Wiesloch gelehrt wird? Wie gehen die Professionellen mit der konkreten Aufgabenstellung in Organisationen, Training und Einzelcoachings um?


Ziel der Buchreihe

Ziel des Buches war die Didaktik des ISB, nämlich am Beispiel zu lernen und diese Lernerfahrung auf das eigene Arbeiten und die Entwicklung eigener kreativer Lösungen für Klienten zu übertragen, in einem Buch wider zu spiegeln. Zudem war den Autoren wichtig, den Transfer der systemischen Modelle in die beraterische Praxis aufzuzeigen und so Organisationen, Führungskräften und Personalverantwortlichen die Wirksamkeit systemischer Arbeit zu veranschaulichen.

Lehrtrainer und Mitglieder der Mastergroup am ISB konnten schnell für das Projekt gewonnen werden und so entstand Band 1Systemisch beraten und steuern live – Modelle und Best Practices in Organisationen.

Um die ganze Bandbreite systemischen Wirkens darzustellen, führten Markus und Kristin Schwemmle die Buchreihe fort und 2011 entstand Systemisch beraten und steuern live 2 – Methoden und Best Practices im Einzel- und Teamcoaching. 2012 wurde Band 3 – Methoden und Best Practices in Change Management und Führungskräfteentwicklung veröffentlicht.


 

 

 


Der Weg zum Buch – Schreibwerkstätten

Für die Entwicklung von Band 2 und 3 luden Markus und Kristin Schwemmle im Frühjahr 2011 vierzig Kolleginnen und Kollegen des ISB-Wiesloch, der ISB Mastergroup und der systemischen Peergroup München zu Schreibwerkstätten ein.

 

 

 

 

 

 

Nach einer Einführung ins Kreative Schreiben und in wichtige Rahmenbedingungen für die Wirkung von Artikeln, widmeten sich die Autorinnen und Autoren ihren eigenen Artikel-Projekten.

 

 

 

Sie dokumentierten ihre Artikel-Idee auf einem Arbeitsplakat und präsentierten sie der Gruppe. Im Anschluss wurde die bewährte Vorgehensweise der kollegialen Beratung genutzt, um sich gegenseitig bei der weiteren Themenfindung, Strukturierung und Formatierung des Artikels zu unterstützten.

 

 

 

 

 

Um auch im weiteren Schreibprozess Unterstützung zu gewährleisten, wurden Schreibpartnerschaften gebildet. Diese hatten zur Aufgabe, die kollegiale Beratung bei Hindernissen und Blockaden fortzuführen aber auch ganz pragmatisch Feedback zu geben und Artikel gegenseitig zu redigieren.

Der Erfolg dieser Vorgehensweise waren über 30 Zusagen für Artikel. Der Verlag entschloss sich daraufhin bei dem bisherigen Format und der Länge des Buches zu bleiben und die Artikel in zwei Büchern zu veröffentlichen.

 

Hier Blog per Email abonnieren.

 

 

Bildquelle: M. Schwemmle

  • 1
  • 2