Interview mit Bernd Schmid – Teil 5

Der Biographiefaktor-Kongress
eine biographische Zeitreise mit Bernd Schmid,
eingefangen in Wasserbildern von Bernd Schmid

Im Fluss
Bernd Schmid über die Kraft innerer Bilder, den jugendlichen Helden und das Lebensdelta, das neue Ideen nährt (Interview mit Raphaela Kreitmeir)

Was bringen die inneren Bilder zum Ausdruck?
Sie transportieren persönliche Grundmuster, bringen die Seelenstruktur zum Ausdruck. Sich mit ihnen in Dialog zu setzen, hilft sich selbst zu verstehen. Das Erkennen der eigenen inneren Bilder ist damit ein Schritt zur Selbsterkenntnis.

Aber die inneren Bilder wirken immer auch nach außen. Andere beziehen sich bewusst, meist aber unbewusst komplementär darauf. Wenn man also seine eigenen inneren Bilder erkennt, kann man nachvollziehen, wie andere auf einen reagieren. Diese Erkenntnis nutzen wir am isb in den Spiegelungsübungen und geben einander achtsam und wertschätzend Einblick in die Bilderwelt, die der andere erzeugt.

„Das Wasser ist niemals einsam.“ (Elias Canetti)

Die inneren Bilder spiegeln sich im Gegenüber wie die Landschaft im See

In Anlehnung an das Zitat des österreichischen Schriftstellers Georg Bydlinski „Einzeln sind wir Worte, zusammen ein Gedicht“ könnte man in diesem Zusammenhang schlussfolgern: „Einzeln sind wir Tropfen, zusammen der Ozean“. Stimmt dieses Bild für Sie?

Einzeln sind wir Tropfen, zusammen der Ozean. Oder?

Die Metapher hilft, seinen Platz im Universum angemessen zu gewichten. Ich war neulich im Planetarium und die Sicht vom Weltraum auf unsere Erde rückt Dimensionen zurecht. Für mich war es ein langer Weg vom „jugendlichen Helden“ bis zu dem Verständnis, ein Tropfen im Ozean zu sein. Allerdings halte ich es dabei mit dem amerikanischen legendären Hypnotherapeuten Milton H, Erickson. In einem Vortrag zeigte er eine Karte, auf der war ein Kind am Strand abgebildet, das in den Sternenhimmel blickte. Darunter war als Text abgedruckt: „Fühlst Du Dich angesichts des unermesslich weiten Sternenhimmels auch so klein und unbedeutend?“ Und dann klappte Erickson die Karte auf und las den Eindruck vor: „Ich auch nicht.“ Also es geht darum, Über-Mut und Demut, den man auch als Dien-Mut bezeichnen kann, in sich zu versöhnen.

 

Hier mit endet diese Interview-Reihe.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter folgenden Links:

 

 

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Bildquellen: Bernd Schmid

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